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Fahrradtour

Morgen geht’s los auf Fahrradtour. Fertig gepackt ist. Die Strecke sieht ungefähr so aus:

  • Pforzheim
  • Karlsruhe
  • Strasbourg
  • Freiburg
  • Basel
  • Bergebergeberge
  • Reconvillier
  • Biel/Bienne
  • Genf
  • Bergebergeberge
  • Lyon
  • … Vielleicht noch runter nach Südfrankreich, je nach Lust und Wetter.

Ich halte euch auf dem Laufenden wie ich vorankomme.

Die letzte Woche

Hallo zusammen,

wieder eine volle Woche…

Samstag sind wir mal wieder auf den Teufelsberg gestiefelt, diesmal war der aber dermaßen vollgestellt mit Security-Menschen, dass wir uns lieber doch nicht durch etwaige Löcher im Zaun gezwängt haben.

Teufelsberg

Die goldenen Dinger an der Siegessäule seitlich dran sind französische Kanonen. Wusste ich auch nicht.

Am Sonntag vor einer Woche haben wir zwecks Sachsen-Anhalt-Wahl die Wahlparty der SPD im Willy-Brandt-Haus frequentiert, war ja aber nicht so wahnsinnig spannend. Nahles hat, frisch zurück aus der Babypause, ein bisschen was erzählt und Steinmeier stand neben ihr rum. Naja, jetzt wissen wir, wie es da so ist…

Am Montag war wieder Mahnwache, auch wieder nur 2500 Leute, ich dachte, es würden mehr kommen, aber die haben sich’s wohl für den Samstag aufgehoben…

Am Dienstag durfte ich in der Staatsbibliothek vorbei, Bücher abholen und zur Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Gegend da unten am Tiergarten steht voll mit Botschaften und Landesvertretungen. Hier mal eine Auswahl…

Vereinigte Arabische Emirate

NRW oder so? Kennt man noch aus den Koalitionsverhandlungen.

Japan. Gibt ein Eck, wo Blumen und Kerzen hingelegt / -stellt werden.

Abends gab’ es eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Eigentlich sollte es um das Jahrbuch der DGAP gehen, das Thema: Einsatz für den Frieden – Stabilität und Entwicklung in Räumen prekärer Staatlichkeit. War dann aber nicht so, es ging eigentlich nur um Libyen, was ja auch nicht uninteressant ist. Eigentlich sollten die außenpolitischen Sprecher von CDU, SPD, Grünen und Linken da sein, weil der von der CDU und der von den Linken aber noch mit ihren Fraktionen über Libyen reden mussten, war nur Rot-Grün da und von der SPD auch nur ein ehemaliger Außenpolitiker. Und es war super.

Der SPDler hat einen ziemlich guten Punkt gemacht indem er die Regierung (bzw. vor allem Westerwelle natürlich) für mangelnde Bündnistreue und mangelndes Einstehen für eine gemeinsame europäische Stimme geplättet hat. (Man könnte sagen: Hier, Schröder hat das doch auch gemacht… Aber mir scheinen die Gründe damals etwas zwingender gewesen zu sein.)

Die Grüne hat auf der anderen Seite das “Responsibility to Protect”-Argument gemacht. Da bezieht sie sich auf ein Papier der UNO, das 2005 von fast allen Staaten der Welt anerkannt wurde und in dem gesagt wird, dass die internationale Gemeinschaft verpflichtet ist, massive Menschenrechtsverletzungen auch mit militärischen Mitteln zu verhindern.

Im Anschluss daran haben dann noch ein paar ehemalige Botschafter und auch ein CDU-Mitglied, das in der Kohlregierung im Außen-Ressort tätig war noch ein bisschen weiter gegen die Regierung geschimpft. Meistens auch mit Rückgriff auf die transatlantische Achse oder die europäische Idee.

Auch die vielen Frühlingsrollen im Anschluss konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Libyen trotzdem eine ganz große Kacke ist. Stillhalten wäre nichts gewesen, aber jetzt wird da wohl auch erst mal nichts Großartiges draus.

Mittwoch war WG-Abend, am Donnerstag haben wir uns eine Stunde Bundestags-Plenarsitzung gegeben. Dazu muss man sich eine Woche vorher anmelden und bekommt dann Karten zugeschickt. Damit marschiert man zu so Containern vor dem Reichstag. Da wird man erst mal in einer Liste abgehakt und die Rucksäcke werden durchsucht. Dann führt einen ein Typ zur Tür des Reichstags. Da wartet man, bis der Pförtner Lust hat, die Tür aufzumachen und einen von der Liste abzuhaken. Dann geht die nächste Tür auf und man wird metalldetektiert bzw. der Rucksack geröntgenstrahlt. Dann geht’s zum Aufzug und zum nächsten Menschen, der einen auf der Liste abhakt. Puh, dann noch zur Garderobe (wo man nochmal von der Liste abgehakt wird), bevor man dann auf die Tribüne darf (aber bitte ohne Kaugummi).

Erst ging es um Sinti-und-Roma-Gleichstellung, alle waren sich einig, auch Steinbach. Trotzdem wurde der Antrag von den Grünen nicht angenommen, weil natürlich die Koalition einen viel “ausgewogeneren” Antrag “in der Pipeline” hat. Ah, habe ein neues Wort gelernt: Antiziganismus.

Dann stellte von der Leyen noch die Geschichte mit den “Lohnuntergrenzen” für Leiharbeiter vor, die ihr die SPD in den Hartz IV-Verhandlungen aus den Rippen geleiert hat. Brauchte ich ‘ne Weile, bis ich klar hatte, dass das das CDU-Wort für Mindestlohn ist. Zu dem Thema kam dann sogar ein bisschen aggressive Stimmung auf, Hubertus Heil hat auf jeden Fall ein bisschen über die Koalition hergezogen, aber war alles eher so Sandkasten-Geschimpfe. Auf jeden Fall ganz nett und empfehlenswert, sich so eine Sitzung mal anzuschauen.

Über’s Wochenende waren dann die Programmpunkte hauptsächlich Demo, Kleist und Party.

Am Samstag die 120.000 Leute-Demo gegen Atomkraft, damit habe ich meinen viele-Menschen-auf-der-Demo-Rekord eingestellt, der bisher mit ungefähr 40.000 jeweils von einer S21- im Februar und einer Anti-Atomdemo von 2009 gehalten wurde. Ich hätte mir einen Berg gewünscht zum Draufklettern und zum von oben schauen, wie viele Leute das sind. Schade aber ein bisschen, dass Love-Parades Millionen von Menschen angezogen haben…

Am Abend Prinz Friedrich von Homburg von Kleist im Gorki-Theater. Ein bisschen eine strange Inszenierung, die haben non-stop die Bühne beregnen lassen und hatten einen Mords-Spaß dabei, sich gegenseitig dauernd auf den Boden zu werfen / auf dem Hintern auf der Bühne rumzuschlittern, sodass man gnadenlos untertrieben hätte, wenn man die Schauspieler als “klatschnass” bezeichnet hätte. Die Schauspieler waren okay, aber einiges von dem was sie gesagt haben ging auch im Regen unter, ein bisschen mehr Sprachgestaltung wäre angesagt. Das Stück selber leidet so ein bisschen drunter, dass man nie so genau weiß, ob man gerade in der Traumebene ist oder nicht. Es geht um Befehlsverweigerung und Unterwerfung unter das Gesetz vs. quasi-Aufhebung des Gesetzes durch Begnadigung, das ist ganz interessanter Stoff.

Am Sonntag wollten wir nach der mittelmäßigen Partystimmung im Willy-Brandt-Haus mal ausprobieren, wie’s sich so in der Grünenzentrale macht. War eine ganz gute Entscheidung. Es war natürlich irgendwann proppenvoll, aber die Stimmung war spätestens nach der ersten Hochrechnung ganz hervorragend (wenn man sich die Tagesschau von gestern ansieht, erkennt man das daran, dass ungenannt bleiben wollende Teile unserer Gruppe gummiballartige Eigenschaften an den Tag legen). Dann wurde es ja ein bisschen knapp mit den Mandaten, dank eines beknackten Wahlsystems, aber Kartoffelsalat und Gemüsebratlinge halfen auch über diesen kurzen emotionalen Einbruch hinweg. Bleibt noch anzumerken, dass Trittin riesig ist und sich Brüderle als FDP-Vorsitzenden wünscht :)

Heute morgen bei der Arbeit ging es grad’ weiter mit dem Wahlspaß, ich sitze hier ja gegenüber der FDP-Parteizentrale und da hatte sich ein Pulk Fernsehreporter und ein Altherrenchor eingefunden, letztere haben immer dann, wenn ein FDPler reinkam ein Lied angestimmt. Wir haben nicht immer alles verstanden, aber “Guido, du bist ein Klotz” war auf jeden Fall dabei. Also Rösler und Lindner haben wir auf jeden Fall reingehen sehen, aber wir konnten leider nicht jedes Mal unsere Arbeit stehen und liegen lassen, wenn die da draußen wieder angefangen haben zu singen.

Der kleine Philipp möchte gerne von der FDP-Zentrale abgeholt werden...

Hier könnt’ ihr’s euch anschauen: http://www.spiegel.de/video/video-1118539.html

Wenn Lindner reingeht, sieht man uns oben am Fenster in dem Erker stehen, auch wenn man uns nicht erkennt.

Jetzt geht’s erstmal zum Pubquiz, mal schauen, ob wir einen Blumentopf gewinnen.

Mh, irgendwas stimmt da mit dem Fenster nicht. Gesehen in der Charité

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Which Pact for Europe?

Heute war das Open Seminar “Which Pact for Europe”, schade eigentlich, dass Steinmeier sich die Regierungserklärung zu Libyen anhören musste, deshalb war er nicht da, aber dafür halt Hubertus Heil. Nuja.

Ein Highlight war der Raum in dem die Sache stattfand, das war der frühere Plenarsaal des Staatsrats der DDR. Das Gebäude dazu hat sich so eine Business School gekauft und hat aus dem Saal ein Zwischending aus Hörsaal und Seminarraum gemacht. Wenn das Erich wüsste :)

Mh, fotografisch nicht sonderlich wertvoll, aber das ist der Vorraum des Plenarsaals

Mh, fotografisch nicht sonderlich wertvoll, aber das ist der Vorraum des Plenarsaals

Die Diskussion setzte sehr viel Vorwissen voraus, mich hat es schon ab und zu mal rausgehauen. Es gab aber zwei interessante Take-Home-Messages, die unter den Diskutanden unbestritten waren (ein FDPler, Heil, ein Büroleiter der CDU und ein paar Profs) die ich gerne mit euch teilen würde.

Zum einen diese Bankenstresstests. Die sind unglaubwürdig. Es müssen zum Beispiel nur 50% der Banken dieses Ding ausfüllen und nachdem die Banken in Irland alle vom Staat übernommen wurden, sind jetzt zwei Bankensysteme am Abgrund. Das Deutsche und das Spanische.

Das Problem mit dem deutschen Bankensystem wird dadurch verstärkt, dass Griechenland mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit insolvent gehen wird. Mit der momentanen Zinshöhe kann Griechenland seine Schulden niemals bedienen, kein OECD-Land hätte aus eigener Kraft aus so einer Verschuldungssituation rauskommen können. Wenn Griechenland also nicht in nächster Zeit auf massive Ölvorkommen stößt, geht es insolvent. Es wird nur noch darüber diskutiert, auf welche Art und Weise. Es gibt drei Optionen, von denen ich keine tief genug verstehe, als dass ich mir daraus einen Reim machen könnte.

  • Prolongation (was auch immer das ist, keine Ahnung, der Prof, der das vorgestellt hat, meinte, es wäre ziemlich ähnlich wie ein Haircut.
  • klassischer Haircut (den meine ich noch zu verstehen, da sagt Griechenland einfach: okay, eure 100 Euro-Anleihen sind jetzt noch 80 Euro wert. Das zahlen wir euch zurück und den Rest könnt ihr in die Tonne treten.)
  • Bond Exchange (hat auch was von einem Haircut, dabei werden griechische Staatsanleihen gegen Eurobonds mit entsprechend geringerem Nennwert getauscht)

So. Warum will niemand was davon wissen, dass das kommen wird? Teilweise, weil das heißt, dass die deutschen Banken schon wieder ganz schön ordentlich leiden werden. Die Leute meinten, wenn Griechenland pleite geht, müsste man sich in Deutschland zum gleichen Zeitpunkt Gedanken machen, wie man das Bankensystem “rekapitalisiert”. Wenn ich das richtig verstanden habe heißt das wieder Staatsgeld in den Bankensektor zu pumpen.

Und ich betone noch einmal, dass “Griechenland geht insolvent” und “das Deutsche Bankensystem hat ein ernstes Problem” von niemandem der Anwesenden angezweifelt hat. Und es waren unter den Seminarteilnehmern Vertreter von der Kommission, von allen relevanten Ministerien, von allen Botschaften, von Think Tanks und Unis. Hört sich an, als wäre das kein Gerücht, auch wenn ich sehr hoffe, dass es eins ist.

Jo, also ihr seht, eine sehr aufschlussreiche Sitzung, rundrum habe ich noch mit einem vom Deutschlandfunk über Libyen und mit einem vom Finanzministerium über den Argentinischen Haircut geplaudert, eine sehr angenehme Atmosphäre herrschte da. Auch die Politiker haben sich nicht angegiftet sondern konnten ganz normal ihre Meinung vorbringen. Oh, apropos Meinung vorbringen. Der Mensch vom Deutschlandfunk hat in dem Gespräch über Libyen ordentlich über Westerwelle hergezogen, “narzisstische Persönlichkeit” und “geht gar nicht”. Der Typ der vor uns saß hat zugehört und ab und zu mit dem Kopf genickt, stellte sich raus, dass der für die Welt da war. Springer also. Ups :)

Ich kann jetzt auch mal ein paar Fotos nachliefern zu den letzten Tagen:

Das ist schon länger her, aber hier demonstrieren US-Demokraten am Brandenburger Tor gegen den Governor von Wisconsin, der Lehrern die collective bargaining rights entziehen will. Wer Daily Show schaut, weiß um was es geht.

Die Anti-Atom Demo am Montag. 2500 Leute. Demnächst soll es Großdemos geben.

Burger und Pommes-Portion von Montag.

Publikum beim Böckler-Stiftungs-Griechenland-Euro-Event

Henkel sagt: Griechenland raus aus dem Euro

Das Buffet ist leider schon ziemlich weggegessen, aber ihr könnt euch ungefähr vorstellen, wie das aussah.

Hier wurde gefuttert...

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Martin rief mich gestern um kurz vor 17:00 an und meinte, er sei auf einer Veranstaltung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, ich könnte auch vorbeischauen.

Es ging um “Hat der Euroraum eine Zukunft?” und sie hatten sich neben drei linken Ökonomen einen ehemaligen Vorsitzenden des BDI eingeladen, der die Position vertritt, dass Griechenland bzw. die ganzen Südeuropäer sich doch bitte aus dem Euro verabschieden sollen. Es war schon fast schmerzhaft anzuschauen, wie ihn die drei Ökonomen in den Boden gestampft haben, ihn wieder ein Stückchen herausgezogen haben, nur um noch weiter auf ihm rumtrampeln zu können.

Es ging viel auch um die makroökonomischen Ungleichgewichte zwischen Ländern, also unter anderem darum, dass Deutschland mehr exportiert, als es importiert. Die Take-away message dazu war, dass diese Situation, zumindest auf Dauer für die Deutschen ganz schön blöd ist. Geht das so weiter wie die letzten 7 Jahre, verschuldet sich das Ausland immer weiter bei uns und irgendwann führt das dazu, dass es zahlungsunfähig wird. Der Konsumverzicht, den die Deutschen dann die ganze Zeit geübt haben, hat dann nicht zur Folge, dass man wenigstens in Zukunft mehr verdient, die “Ersparnisse” sind dann einfach weg, wenn Griechenland sie uns nicht zurückzahlen kann.

Deshalb ist es ziemlich unerlässlich, dass diese Ungleichgewichte geplättet werden. Momentan wird dann gerne argumentiert, dass Deutschland sich doch nicht weniger wettbewerbsfähig machen lassen soll und so weiter, das muss aber auch gar nicht sein. Man könnte zum Beispiel die Binnennachfrage stärken, das würde die Importe erhöhen und man käme dem Gleichgewicht näher.

Nach dem intellektuellen Futter wurde mir so ein wenig klar, was Adam Smith meint, wenn er gegen die unproduktiven Mitglieder einer Gesellschaft wettert (zu denen er sich übrigens auch zählt), die sich ihre Festmahle nur aufgrund der Anstrengungen der produktiven Arbeiter erlauben können. Es gab ein dermaßen riesiges und luxuriöses Buffet, an jedem Platz standen zwei Gläser, lagen zwei Besteck-Sets, das Wasser oder den Wein bekam man dauernd nachgeschenkt. Nicht, dass ich nicht gerne mal gut esse, aber so ein übermäßiger Luxus muss wirklich nicht sein. Ich hoffe mal, ich gewöhne mich niemals an so etwas.

Wenn ich noch länger in Berlin bleibe, könnte meine Prinzipientreue allerdings Probleme bekommen. Schon am Freitag darf ich nämlich bei der nächsten Veranstaltung ran. Mein Chef hat mir dazu eine Einladung weitergeleitet, die Veranstaltung heißt “Which pact for Europe?”, es ist ein “Open Seminar” für “fachlichen und offenen Austausch in einem ausgewählten Kreis von Wissenschaftlern, Abgeordneten, Vertretern der Ministerien, Wirtschaftsvertretern und Journalisten”. Ich meinte dann zu meinem Chef, dass ich mich jetzt nicht ernsthaft zu einer der Kategorien zählen könnte, er meinte aber, das ginge schon klar. Da bin ich mal gespannt. U. a. Altmaier (Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion) und Steinmeier sind da und halten Vorträge. Im Anschluss daran gibt es dann eine offene Diskussion.

Da werde ich sicher ordentlich auftrumpfen, ich habe ja auch ziemlich viel Ahnung von dem Wettbewerbspakt… Nicht. Immerhin haben gute Quellen in der SPD-Parteizentrale mich schon mal mit dem Entwurf des Europaktes versorgt. Da werde ich mich mal morgen ein kleines bisschen einlesen.

Erlebnisreiche Tage

Am Sonntag hat der Berliner Villigst-Konvent einen Brunch organisiert und Martin, Clara und ich hatten die Ehre, als Gastesser aufzutreten. Mit dem guten Essen gab’s allerdings auch mittelgute Neuigkeiten… Irgendwie werden den Begabtenförderwerke dermaßen die Mittel zusammengestrichen, dass sie dieses Jahr nur die Hälfte der Stipendiaten aufnehmen können. Yey, da bekommt Schavan als einzige Ministerin ordentlich Kohle hingeschoben, gibt das für Eliteunis aus und für einkommensunabhängige 300 Euro-Stipendien und streicht dafür die Mittel für die Stipendiatenwerke, die nicht nur Kohle sondern auch ideellen Mehrwert für die Stipendiaten bieten. Mh, kann ich jetzt nicht unterstützen.

Den Rest vom Tag haben wir dann noch in Kreuzberg in Cafés und Falafel-Buden verbracht.

Im GPPi mache ich gerade was zum Global Compact, ist so eine Corporate Social Responsibility Aktion der UNO, also Unternehmen sollen dazu gebracht werden, sich halbwegs sozial-/umweltverträglich zu verhalten. Die Sache ist halt nicht bindend und es gibt keine unabhängigen Prüfmechanismen, deshalb bin ich eher skeptisch, ob das was bringt. Befürworter hoffen, dass sich da irgendwelche Verhaltensnormen herausbilden. Nuja, schaun wir mal, was meine Nachforschungen noch so für Ergebnisse liefern.

Heute gab’ es nach der Arbeit einen kleinen Vortrag von einem GPPi-Kollegen der zu einer Konferenz über Nuclear Non-Proliferation in New Delhi war, ich musste aber frühzeitig weg, Demo vor dem Kanzleramt war angesagt. Siggi-Pop, Kommunismus-Gesine und Bunte-Haare-Claudia haben ein bisschen Wind gegen Atomkraft gemacht. Hoffentlich tut sich da was und zwar nicht nur ein Aussetzen der Laufzeitverlängerung für die Zeit der Landtagswahlen (wie kommt man eigentlich auf so eine beknackte und so eindeutig parteitaktische Idee?). Ziemlich gut, dass meine Kollegen es alle gut fanden, dass ich zur Demo gehe. Sie waren nur alle nicht unfreundlich genug veranlagt, Joel mit seinem Vortrag alleine zu lassen. Ich hoffe, beim nächsten Mal bekomme ich sie motiviert, mit zu kommen.

Danach ist dann das ganze GPPi noch nach Prenzlberg gerollt und hat zu Ehren der neuen Praktikanten Burger verspeist. Ich weiß nicht so genau, warum man 11 Euro für einen Burger mit Pommes ausgeben muss… Okay, der war schon auch gut. Alles selber gemacht (also auch das Brot drumrum) und erinnert nicht im entferntesten an das was man bei bekannteren Burgerbratereien vorgesetzt bekommt. Und da wir Praktikanten die Dinger spendiert bekamen, fand’ ich’s auch in Ordnung :)

Mal schauen, was wir die nächsten Tage so machen. Eigentlich wollte ich mir frei nehmen um mir mit Marius und Martin am Donnerstag die Regierungserklärung zu Japan anzuhören, aber irgendwie muss man sich da offenbar anmelden und Donnerstag geht nicht mehr :( Egal, irgendwann tun wir uns noch eine Bundestagsdebatte an.

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Im Dickicht der Städte

Gestern in Brecht’s früherem Theater sein Stück “Im Dickicht der Städte” gesehen. Ich fand die Inszenierung ziemlich gut gemacht. Das Stück ist relativ undurchsichtig, aber Brechts V-Effekte wurden schön modern umgesetzt.

Das Theater selbst sieht ganz schön luxuriös und unproletarisch aus:


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Berlin

Hier gibt’s so mordsviel zu tun, ziemlich gut.

Montag nach der Arbeit vergeblich in Neukölln nach irgendeinem Café ohne Rauch gesucht. Immerhin eine Saftbar mit leckerem frisch gepressten Zeug gab es.

Dienstag Willy-Brandt-Haus und mit Marius, Martin und Clara essen. Jetzt ist langsam die kritische P&Eler-Masse erreicht.

Gestern mit Jakob auf den Teufelsberg gefahren, ziemlich gut. Da ist eine ehemalige Abhörstation der Amerikaner. Eigentlich alles abgesperrt, aber man findet so seinen Weg rein.

Wenn man in der Mitte der Kuppel steht, hat man ein ziemlich krasses Sounderlebnis.

Im Gebäude musste man aufpassen, dass man nicht in den Boden einbricht.

Während bei den ersten Fotos noch ein bisschen Resttageslicht da ist, war die Sonne ab dem Foto, auf dem ich in der Kuppel stehe komplett weg. Was dann die Szene beleuchtet ist nur noch das von den Wolken reflektierte Licht von Berlin und 8 Sekunden Belichtungszeit.

Danach sind wir dann noch ein wenig durch Berlin gerollt und haben einen Bio-Burger verspeist.

Mein Arbeitsplatz von innen und außen. Das Zimmer mit dem Erker.

Noch ein paar uninteressantere Berlin-Fotos.

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Erste Arbeitswoche

So, ich erstatte mal kurz Bericht, was ich bisher in Berlin gemacht habe.

Letzte Woche: Hausarbeit über Smith schreiben (warum er marktkritischer ist, als man üblicherweise denkt), Konklusion muss noch geschrieben werden.

Diese Woche: Erste Woche des Praktikums beim Global Public Policy Institute. Hauptsächlich Vorbereitung einer Vorlesung meines Chefs an der Hertie School “Managing International Organizations”. Themen bisher: Verschiedene Global Governance Strukturen:

  • Kimberley Process (gegen Blutdiamanten)
  • Financial Action Task Force (gegen Geldwäsche und Finanzierung des Terrorismus)
  • World Commission on Dams (social and environmental impact of large dams)
  • Global Compact (Kooperation zwischen UN und Unternehmen, da bin ich noch nicht eingearbeitet)

Abgesehen davon: Höhepunkte der Woche:

  • GPPi-interne Debating-Runde, Thema: Should there be a military intervention in Libya?
  • Mit meinem Chef den Vortrag des chinesischen Botschafters an der Hertie School besucht. Sehr wachstumsorientiertes Verständnis vom Ziel der Politik. Oppositionsparteien passen überhaupt nicht nach China und generell westliche Standards sollte man gar nicht erst versuchen anzuwenden. Der interessantere Teil ging um politische Reformen auf kommunaler Ebene. Ich glaube, da geht es tatsächlich ein kleines bisschen voran, aber ich habe auch zu wenige unabhängige Informationen um das zu verifizieren.

Mein Chef schreibt in der nächsten Zeit ein Paper für einen Sammelband mit dem Thema: The Political Economy of Post-conflict Statebuilding: Power after Peace, ich darf mitarbeiten. Für mich gibt es wenige Themen, die interessanter sind als dieses.
Meine Kollegen sind super. Schön durchgemischt, ich habe mir noch nicht alle Nationalitäten gemerkt, aber ein Amerikaner, ein Australier und eine Luxemburgerin sind auf jeden Fall schon mal dabei. Alle sehr jung, mündlich springt man immer zwischen Englisch und Deutsch hin und her, das was man produziert ist meistens englisch.

Ansonsten auch alles bestens. Habe eine schöne Strecke zur Arbeit, radle immer am Checkpoint Charlie vorbei und wenn ich Abends durchs Brandenburger Tor fahren will, ist das auch nur ein kleiner Umweg.

Berlin

Bin heute in Berlin gelandet und schon begeistert. Wohne in Nord-Neukölln, sehr angenehme Mitbewohnerin, die Umgebung ist voll mit Fressläden (Falafel+Fritz-Limo 4 Euro, in Pforzheim zahl’ ich dafür fast 6), lange Öffnungszeiten, nette Kneipen, das Rauchverbot sollte härter durchgesetzt werden, naja…

Morgen radel’ ich ein bisschen rum und mache Einkäufe…

Zurück

Hallo zusammen,

ich bin wieder zurück. Gerade bin ich in Bayreuth, ein paar Sachen erledigen. Es ist sehr schön mal wieder hier zu sein, Gespräche zu führen, Menschen treffen.

Ich habe eine Menge erlebt die letzte Zeit. Matthias war zu Besuch, ich habe ihn in Kanada besucht, das war ziemlich toll. Vielleicht finde ich irgendwann noch Zeit, darüber kurz zu berichten.

Es war ja lange Sendepause und ich habe auch ein paar Blogeinträge geschrieben aber nicht veröffentlicht, die ich jetzt mal online stellen konnte.

Die relevantesten sonstigen Erlebnisse war der Ausflug nach D.C. Ende November und die Abschlussklausuren, die zu meiner Zufriedenheit verliefen. Es gibt noch eine Menge von Anekdoten und kleine Erlebnisse die erzählenswert wären. Ich schau mal, ob ich die bei Gelegenheit mal nachliefere.

Im Gegensatz zu Peru kann ich auf jeden Fall auch sofort ein positives Fazit über mein Auslandssemester fällen. Es hat mir rundum gut gefallen. Vielleicht führe ich das auch mal bei Gelegenheit ein bisschen aus. Mal schauen.

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